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Juni Habel: Evergreen In Your Mind (Review)

Artist:

Juni Habel

Juni Habel: Evergreen In Your Mind
Album:

Evergreen In Your Mind

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Folk Pop

Label: Koke Plate
Spieldauer: 41:39
Erschienen: 10.04.2026
Website: [Link]

Wer trägt als Musikliebhaber nicht immer und überall irgendwelche immergrünen Ohrwürmer im Kopf herum, die je nach Situation aufploppen und einem in gewissen Momenten hilfreich zur Seite stehen?
Jeder „Evergreen In Your Mind“ macht unser Leben etwas leichter und schöner. Und JUNI HABEL macht unter genau diesem Titel gleich ein ganzes Album dazu, wobei sie in ihrem Inneren eine große Liebe zu den ruhigen Klängen offenbart – und solchen Musikern wie TIM BUCKLEY oder NICK DRAKE und JOAN BAEZ.
Wirklich eigene Habel-Evergreens finden wir auf ihrem Liedermacher- und Folk-Album jedoch nicht.


In jedem Fall taucht JUNI HABEL tief in die Singer/Songwriter-Szene der Siebzigerjahre ein, in der eine akustische Gitarre, eine berauschende Stimme und poetische, kleine Geschichten erzählende Texte durchaus ausreichten, um den Hörer nicht nur zu unterhalten oder beeindrucken, sondern ihn gleichermaßen auch zu verzaubern.
Neben der Songwriter-Grundausrüstung tauchen zusätzlich andere Instrumente auf, sodass eine Pedal Steel beinah zu dem traurigen Stück „Pear Cloud Song“ zu weinen scheint oder in „I Lay My Trust“ ein Kontrabass für eine entspannte Bar-Atmosphäre sorgt.


Auf Dauer ist das Album etwas zu ruhig und einseitig ausgefallen – ähnlich wie viele Alben einer JOAN BAEZ, bei deren Masse an Veröffentlichungen im ewig gleichen Stil eine Orientierung immer schwerer fiel.
Die natürliche Ruhe Norwegens, auch bestens auf dem Album-Cover dargestellt, überträgt sich ganz genauso auf die Ruhe in der Musik von JUNI HABEL, welche leider in mitunter eigenartig wechselnder Klangqualität (typisch 70er-Jahre eben) aufgenommen wurde und nicht mit sonderlich beeindruckenden Stereo-Effekten oder soundtechnischen Raffinessen aufwartet.
Hierfür gibt es einen guten Grund, denn laut Habels Aussage wurde das Album in den ruhigen Ecken ihres Zuhauses und am Klavier der Schule, an der sie arbeitet, aufgenommen, wobei die physische Welt um sie herum als Percussion-Element dient. Das klingt unter diesem Aspekt recht interessant, überzeugt unter klangtechnischem Blickwinkel allerdings nicht.


Stattdessen taucht immer wieder ein Rauschen in einigen Songs („Gitarhum“) auf.
Ist das Absicht, um den Stücken jeden Eindruck übertriebener Moderne zu nehmen?
Wenn ja, dann ist diese Absicht nicht gelungen. Nicht umsonst werden heutzutage die verrauschten Aufnahmen der alten Liedermacher-Helden mit viel (lohnenswertem) Aufwand nachbearbeitet, während JUNI HABEL mit ihrem Album den genau umgekehrten Weg zu beschreiten scheint.

Auf der anderen Seite vermitteln die Songs durch diese 'unperfekte' Aufnahme und Wiedergabe eine extrem intensive sowie intime Atmosphäre, so als würde JUNI HABEL jedes der insgesamt 11 Lieder ganz allein in ihrem Zuhause nur für den Hörer selber, der den Eindruck gewinnt, dieser Aufnahme ohne jeglichen technischen Schnickschnack beizuwohnen, aufnehmen, sodass beispielsweise „Stand So Still“ tatsächlich genauso klingt wie er es thematisch bereits über den Titel vermittelt.
Ein Album voller nordischer Ruhe, welches so klingt, als wäre Mitte der 70er-Jahre die Zeit irgendwo in den wundervollen Landschaften Norwegens stehen geblieben.


FAZIT: Auf ihrem dritten Album „Evergreen In Your Mind“ taucht die norwegische Singer/Songwriterin JUNI HABEL tief in die Vergangenheit der 70er-Jahre ein und klingt genauso traurig wie ein NICK DRAKE oder eine JOAN BAEZ. Oft reichen ihr dabei die Gitarre, ihre beeindruckende Stimme und poetisch-erzählende Texte. Ein gewagter Schritt in einem immer mehr auf die Moderne und modernes Equipment setzenden Musik-Zeitalter. So wirkt dieses ruhige, nachdenkliche und traurige Folk-Album wie aus der Zeit gefallen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 116x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Another High
  • I'd Like To See It
  • Pearl Cloud Song
  • Tessa
  • I Lay My Trust
  • Evergreen In Your Mind
  • Stand So Still
  • Gitarhum
  • Sage
  • Colours Close To Me
  • Statues

Besetzung:

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